Station 02
Biografie 1908–1945

Blick in die Dauerausstellung des Vienna Wiesenthal Institute mit Biografie-Tafeln zu Simon Wiesenthal. Die vordere Tafel „1908–1945“ zeigt historische Fotografien und ein Porträt Wiesenthals.

Simon Wiesenthal wird 1908 in der Stadt Butschatsch geboren. Butschatsch liegt in Ostgalizien, heute in der Westukraine. Seine Familie handelt mit Zucker. Sein Vater fällt 1915 im Ersten Weltkrieg. Die Mutter flüchtet mit ihren Söhnen nach Wien, doch die Familie kehrt bald wieder nach Butschatsch zurück.

Ab 1918 gehört Ostgalizien zu Polen. Nach seinem Schulabschluss will Wiesenthal studieren. Da an polnischen Universitäten Zugangsbeschränkungen für Jüdinnen und Juden gelten, studiert er von 1928 bis 1932 in Prag Architektur. 1936 heiratet er seine Schulkollegin Cyla Müller und arbeitet in der Stadt Lemberg als Architekt.

1939 besetzen sowjetische Truppen die Stadt. Wiesenthal muss seinen Beruf aufgeben. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion wird Lemberg 1941 von der Wehrmacht und ukrainischen Hilfstruppen besetzt. Es kommt zu Pogromen, im Zuge derer Wiesenthal verhaftet wird und nur knapp der Erschießung entgeht. Die Familie wird ins Ghetto gezwungen und zur Zwangsarbeit verpflichtet. Cyla gelingt die Flucht. Simon wird in mehrere Konzentrationslager deportiert, darunter Janowska, Plaszow und Auschwitz.

Im Mai 1945 befreien US-Truppen Simon Wiesenthal im Konzentrationslager Mauthausen.
Von den rund 150.000 jüdischen Einwohnerinnen und Einwohnern Lembergs überleben weniger als 500.

 

Simon Wiesenthal wurde 1908 in Butschatsch geboren.

Dieser Ort lag im damaligen Ostgalizien und gehörte zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie.
Heute liegt Butschatsch in der Westukraine.

Wiesenthals Familie handelte mit Zucker.

Der Vater starb 1915 im Krieg. Die Mutter flüchtete mit Simon und seinem Bruder nach Wien.

Kurz darauf kehrte die Familie nach Ostgalizien zurück.

Ab 1918 gehörte die Region zu Polen.

Juden hatten dort große Schwierigkeiten zu studieren, weil es Beschränkungen gab.
Nur wenige jüdische Studierende wurden zum Studium zugelassen. Wiesenthal ging deshalb nach Prag und studierte dort von 1928 bis 1932 Architektur.

1936 heiratete er Cyla Müller. Er arbeitete als Architekt in Lemberg.

1939 besetzten sowjetische Truppen die Stadt. Wiesenthal verlor seine Arbeit.

1941 besetzten deutsche Truppen Lemberg.

Wiesenthal wurde verhaftet und überlebte nur knapp.

Die Familie wurde gezwungen, im Ghetto zu leben.
Ein Ghetto ist ein abgeschlossenes Stadtviertel. Jüdinnen und Juden mussten dort abgetrennt von der anderen Bevölkerung leben.

Simon Wiesenthal wurde in mehrere Konzentrationslager deportiert. Deportiert bedeutet: zwangsweise an einen anderen Ort gebracht.

Zu diesen Konzentrationslagern gehörten Janowska, Plaszow, Auschwitz und Mauthausen.

Im Mai 1945 befreiten US-Truppen ihn im Konzentrationslager Mauthausen.

Von den etwa 150.000 jüdischen Einwohner:innen Lembergs haben weniger als 500 den Holocaust überlebt.